Gesunde und Richtige Lagerung von Obst und Gemüse

Eine dekorative Obstschale auf dem Tisch sieht man häufig. Die bunte Mischung lockert die Atmosphäre einer Wohnung auf und man kann sich bei Bedarf an den saftigen Früchten bedienen wie man möchte. So kommt man sicher auf seine tägliche Vitamindosis, da dieses schöne Bild zum Obstessen animiert. Doch bei falscher Lagerung von Obst und Gemüse können eben diese wichtigen Vitamine sehr schnell verloren gehen. Und das entspricht natürlich nicht dem gewünschten Effekt einer solchen Obstschale. Denn nur zur Dekoration täten es auch Plastikfrüchte.

Jede Obst- und Gemüsesorte bedarf einer anderen Lagerung, denn jedes enthaltene Vitamin ist anders. Allerdings gibt es allgemeine Regeln, die meist gelten. Zimmertemperatur beispielsweise ist schlecht für den Vitamin C Gehalt. Dieser sinkt bei Spinat um etwa die Hälfte, wenn sich dieser einen Tag lang bei Zimmertemperatur aufhält. Im Kühlschrank verliert er dagegen nur ein Viertel in der selben Zeit. Auch Licht kann für viele Vitamine schädlich sein. Daher sollte Milch in dunklen statt in durchsichtigen Flaschen gelagert werden. Milch verliert sobald sie dem Licht ausgesetzt wird in 2 Stunden etwa 85% ihres Vitamin B2. Dunkle Glasflaschen lassen das Licht weniger durch, ähnlich wie eine Sonnenbrille und schützen so die Milch. Auch andere Vitamine sind lichtempfindlich. So zum Beispiel die Vitamine A, E, K und B12.

Will man Gemüse lange frisch halten, empfiehlt es sich, es einzufrieren. Dann ist das Gemüse noch so frisch wie am ersten Tag und behält die meisten Vitamine. Dazu muss man aber einen kleinen Trick anwenden. Zuerst übergießt man das frische Gemüse kurz mit kochendem Wasser, danach schreckt man es in Eiswasser ab, um so die Enzyme des Gemüses zu inaktivieren. Diese bauen dann während der Lagerung im Gefrierfach so gut wie keine Vitamine mehr ab.

Beim Obst allerdings ist es nicht so leicht. Hier kann man sich aber die Frage stellen, wie die heimischen Temperaturen dieser Obstsorten aussehen und sie dementsprechend lagern. Da nicht jeder einen Kühlschrank mit verschiedenen Kühlstufen besitzt, ist es am besten, auf verschiedene Orte im Haus zurückzugreifen. Beispielsweise gibt es eventuell einen Keller oder eine Speisekammer, die etwas kühler sind, als der Rest der Wohnung, oder eine Ecke die weit weg von Heizung und Ofen ist. Bananen, Ananas und viele andere exotische Früchte vertragen keine Kälte und sollten daher auf keinen Fall im Kühlschrank gelagert werden. Hierzu zählen auch Papayas, Melonen, Zitronen, Mangos, Grapefruits und Orangen. Man lagert sie am besten bei Zimmertemperatur und etwas darunter, also von 15 bis 20°C. Diese kann man in einer Obstschale auf dem Tisch lagern oder am Fenster. Auch die Speisekammer eignet sich dafür. Aber kein Raum der kälter ist.

Kartoffeln und Tomaten sollten übrigens auch nicht im Kühlschrank gelagert werden. Hier empfiehlt sich die Speisekammer oder ein kühler Kellerraum.

Sonstiges Obst sollte in etwas kälteren, dunkleren Ecken aufbewahrt werden und besonders Äpfel sollten getrennt von anderem Obst liegen. Äpfel, Aprikosen und Avocados scheiden mit zunehmender Reife mehr und mehr Ethylen aus und das vertragen andere Obst- und Gemüsesorten gar nicht. Besonders Kiwis, Honigmelonen, Mangos, Broccoli und Kohlsorten sind sehr empfindlich wenn es um Ethylen geht. Auch Bananen, Birnen, Nektarinen, Pfirsiche, Gurken und Tomaten lagern nicht gerne in viel Ethylendampf. Will man die Äpfel dennoch daneben lagern oder hat keine andere Möglichkeit, empfiehlt es sich, sie in eine Plastiktüte zu packen. So kann das Ethylen den anderen Früchten nicht schaden.

Beeren, Birnen, Mandarinen, Orangen und Avokados kann man im Winter auf dem Balkon lagern und sie auch Problemlos in den Kühlschrank legen.

Gemüse wird meist im Kühlschrank gelagert. Dies gilt besonders für alle Kohlsorten, Kohlrabi, Karotten, Erbsen, Spargel und Blattsalat. Kartoffeln, Knoblauch, Zucchini, Gurken, grüne Bohnen, Paprika und Tomaten allerdings bevorzugen Raumtemperatur. Am besten ist es auch, wenn man Obst und Gemüse bei der Lagerung trennt, denn so kann man am wenigsten falsch machen. Nachreifendes Obst sorgt sonst dafür, dass das Gemüse daneben schneller vergammelt. Tomaten allerdings stellen eine Ausnahme dar, und könnten theoretisch auch neben Obst gelagert werden. Zudem kann man den Effekt des Nachreifens nutzen um andere Dinge ebenfalls schneller reifen zu lassen. Legt man eine grüne Banane oder eine halb grüne Tomate neben einen Apfel, sollten sie am nächsten Tag reif sein.

Der Vitamingehalt ist am größten wenn Früchte reif sind. Daher sollte man sie nicht vor der Reife essen und gegebenenfalls nachreifen lassen.

Tomaten lässt man am besten in einem abgedunkelten Tontopf nachreifen. Früchte, die in der Regel nicht nachreifen sind beispielsweise Ananas, die meisten Beeren, Gurken, Auberginen und Zitrusfrüchte. Allerdings kann ein Apfel daneben hier auch manchmal Wunder wirken. Äpfel, Feigen, Kiwis, Mangos, Pfirsiche, Wassermelonen und Blaubeeren hingegen reifen nach, wenn man sie in einer Schale bei Raumtemperatur lagert. Wer Früchte erst ein paar Tage nach dem Einkaufen verzehren will, sollte hierauf zurückgreifen, um die Früchte zum Zeitpunkt zu verbrauchen, an dem sie die meisten Vitamine haben.

Beim Einkauf sollte man auch darauf achten, dass keine Druckstellen vorhanden sind, dann diese sind Gewebeschäden, an denen der Vitamingehalt stark reduziert ist. Sind beim Transportieren oder Lagern Druckstellen entstanden, sollte man diese herausschneiden. Am besten verwendet man nur frisches Obst und Gemüse, aber lässt es sich nicht vermeiden, diese länger aufzubewahren, kann die richtige Lagerung schon wunder wirken. Und so schafft man es dann auch, die nötigen Vitamine durch gesundes Obst und Gemüse aufzunehmen. Pillen und Nahrungsergänzungen zur Vitaminzufuhr sollten somit fast überflüssig sein.

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