Gute und schlechte Darmbakterien

3. Juni 2011 | Von | Kategorie: Allgemein, Spezielles

Mit Bakterien verbinden Menschen immer etwas Schlechtes. Bakterien machen uns krank und sind schädlich für uns. Zumindest ist es so allgemein bekannt. Bakterien sind aber nicht nur dazu da uns zu schaden. Denn ohne manche Bakterien könnten wir gar nicht leben. Bakterien ernähren sich, wie alle Lebewesen, von einem bestimmten Stoff und wandeln diesen um, um ihn dann auszuscheiden. Daher sind alle Bakterien für uns wichtig, die einen Stoff abbauen, der uns schadet oder einen Stoff ausscheiden, den wir benötigen. So ist es auch in der Verdauung. Um die Nahrung verwerten zu können, die wir täglich zu uns nehmen, muss diese Umgewandelt werden. Der Körper lagert beispielsweise Traubenzucker ein, den er zuerst aus der Stärke gewinnt, die sich in den kohlenhydrathaltigen Lebensmitteln befindet. Daher ist es wichtig, diese zuerst umzuwandeln. Die Umwandlung geschieht durch Enzyme, die in diesem Fall die Spaltung übernehmen. Aber ähnlich wie die Enzyme funktionieren auch die guten Bakterien, die unserem Körper überaus hilfreich sind. Zudem sind die Darmbakterien überaus wichtig, für unsere Darmflora und wir beherbergen ca. 100 bis 400 verschiedene Arten dieser Bakterien in unserem Darm.

Früher wurde angenommen, dass der Dünndarm steril sei, was aber gar nicht stimmen kann. Wäre er das, müsste dies das sichere Todesurteil für einen Menschen sein, denn die Bakterien um Dünndarm tragen sowohl zur Nahrungsverarbeitung als auch zur Gesundheit des Körpers bei. Auch im Dickdarm befinden sich zahlreiche Bakterien. Zu den bekanntesten zählen beispielsweise die Bifidobakterien. Diese sind sogenannte Milchsäurebakterien, die aus Milchsäure Essigsäure herstellen. Dies hilft sehr bei der Verdauung der Milchsäure, die in allen Milchprodukten enthalten ist. Manchen Joghurts werden diese Bakterien sogar beigemischt, um sie besser verdaulich zu machen. Dass diese Bakterien für uns wichtig und keinesfalls schädlich sind, lässt sich auch an der Tatsache erkennen, dass sie in der Muttermilch enthalten sind. Muttermilch ist dafür bekannt, den Babys hilfreiche Inhaltsstoffe mitzugeben und das Immunsystem zu stärken. So verhält es sich auch mit den darin enthaltenen Bakterien. Diese sorgen für die Bildung der Darmflora und fördern das Immunsystem des Säuglings. Und etwas, das für ein kleines Kind in der Entwicklung gut ist, kann einem Erwachsenen auch nicht schaden. Im Gegenteil, auch für unser Immunsystem sind diese Bakterien wichtig.

Ein anderer im Dickdarm vorhandener Bakterienstamm ist der der Escherichia coli Bakterien. Diese vergären Traubenzucker und Milchzucker und sorgen so für deren Verdaulichkeit. Diese Bakterien treten auch im Dünndarm auf, wo sie die gleiche Funktion übernehmen. Auch diese Bakterienart ist für das Immunsystem wichtig. Zudem kann bei häufiger Erkrankung an Erkältungen oder anderen Krankheiten eine sogenannte Darmsanierung Abhilfe schaffen. Dabei werden dem Körper wichtige Darmbakterien zugeführt, von denen er selbst nicht genug hat. Dadurch kann man nicht nur Verdauungsbeschwerden lindern, sondern beispielsweise auch Erkältungen und Bronchienbeschwerden loswerden. Diese Darmsanierung kann man sehr gut selbst durchführen, indem man sich probiotische Produkte zulegt. Diese enthalten viele der zuvor genannten Milchsäurebakterien. Dadurch kommen Darm und Immunsystem wieder in Schwung, sofern die Konzentration der Bakterien groß genug ist.

In Fällen von Erkältungen, die einfach nicht weichen wollen, werden gerne auch Antibiotika verschrieben. Überhaupt scheint dies auch heute noch das Wundermittel der Ärzte zu sein. Dabei ist bekannt, dass dies nur gegen Bakterien hilft und nicht gegen die Viren, die eine Erkältung auslösen. Aber Antibiotika töten einfach alle Bakterien, die ihnen zu nahe kommen und unterscheiden nicht zwischen Gut und Böse. Daher ist eine solche Darmsanierung auch nach der Einnahme von Antibiotika sehr hilfreich um die lebenswichtigen Darmbakterien wieder aufzunehmen. Zudem sollte man, sofern es nicht wirklich nötig ist, auf Antibiotika verzichten und lieber auf andere Methoden zurückgreifen.

Eine gute Darmflora hilft nicht nur gegen Krankheiten wie Erkältungen. Das intakte Immunsystem entledigt sich fremden Substanzen und Mikroorganismen, die sogenannten schlechten Bakterien, und zerstört fehlerhafte Zellen. Diese sind für Krebs verantwortlich, weshalb eine gesunde Darmflora auch diesen verhindert. Die Ernährung ist hierbei sehr wichtig, denn nur so kann man dafür sorgen, dass auch immer genügend dieser Bakterien im Darm vorhanden sind.

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