Gesunde Ernährung bei Rheuma

Forschungsergebnisse zu diätischen Behandlungsmöglichkeiten von rheumatischen Erkrankungen sind nicht umfangreich und liefern keine einheitlichen Ergebnisse, weshalb auch die Bedeutung der Ernährung bei solchen Erkrankungen eher umstritten ist. Bisher existieren keine aussagekräftigen Daten, die für oder gegen eine Heilung chronischer, entzündlicher, rheumatischer Erkrankungen durch eine spezielle Diät sprechen. Allerdings bedeutet das nicht, dass eine Ernährungsumstellung ganz ohne Einfluss bliebe. So gibt es Studien, die zeigen, dass durch bestimmte Ernährungsmaßnamen auf Schmerzen sowie andere Symptome der Erkrankung positiv eingewirkt werden kann.

Bei Rheuma bilden sich Entzündungsfaktoren, die Eicosanoide, welche später die Entzündungen auslösen. Die Eicosanoide ihrerseits bilden sich aus der Fettsäure Arachidonsäure. Das wiederum bedeutet, je weniger Arachidonsäure mit der Nahrung zugeführt wird, desto weniger Entzündungsmediatoren können gebildet werden. Vor allem enthalten tierische Lebensmittel diese Fettsäure, womit man automatisch mit einer vegetarischen Kost oder zumindest einer Einschränkung des Fleischkonsums gut beraten wäre. Zum Vergleich:100g Rindfleisch enthalten 70mg Arachidonsäure, Kartoffeln, Obst, Gemüse, Nüsse und Sojaprodukte gar keine.

Einige allgemeine Sachen sind zu beachten.

Es gilt Übergewicht zu vermeiden. Denn gerade, wenn gewichtstragende Gelenke betroffen sind, werden diese durch Überbeanspruchung zusätzlich belastet. Das Risiko für Übergewicht erhöht sich natürlich dadurch, dass viele Patienten aufgrund der aus der Krankheit resultierenden Schmerzen in ihrer Bewegungsfreiheit eingeschränkt sind, zu wenige Kalorien verbrauchen und dadurch an Gewicht zunehmen. Gesunde und ausgewogene Ernährung ist hier besonders wichtig.

Genauso, wie es gilt Übergewicht zu vermeiden, sollte man auch nicht darauf abzielen zu viel Gewicht zu verlieren, denn das bekommt dem bereits durch die entzündlich-rheumatische Erkrankung geschwächten Körper gar nicht.

Tierische Fette

Tierische Fette sind genau die Art von Fetten, die gemieden werden sollten. Stattdessen ist man mit obst- und gemüsereicher Ernährung gut bedient. Tierische Fette besitzen bestimmte Fettsäuren, die Entzündungsprozesse noch verstärken. Verzichten sollte man also auf Wurstwaren, wie Leberwurst oder Salami.

Fettsäuren

Eine wichtige Rolle bei der diätischen Behandlung des Rheumas spielen außerdem folgende Fettsäuren.

Omega-3-Fettsäuren, vor allem enthalten in bestimmten Fischarten, zum Beispiel Hering, Lachs und Forelle. Der Verzehr dieser Fische sollte nach Möglichkeit zwei Mal pro Woche erfolgen, ersatzweise ist auch eine tägliche Zufuhr von 30mg Fischölfettsäuren pro kg Körpergewicht möglich.

Die hierbei am meisten vertretene Omega-3-Fettsäure ist die sogenannte Eicosapentaensäure, welche eine ähnliche Struktur wie die Arachidonsäure aufweist, wodurch sie mit dem gleichen Enzymsystem konkurriert, sodass die Umwandlung der Arachidonsäure in die entzündungsauslösenden Stoffe vermindert ist. All das kann sich positiv auf das Krankheitsbild ausüben.

Alpha-Linolensäure, sie kommt vor in Pflanzenölen, wie Leinöl, Rapsöl, Weizenkeimöl, Walnussöl und Sojaöl. Sie wirkt ähnlich, wie die oben genannte Eicosapentaensäure.

Dihomo-gamma-Linolensäure, zu finden in Nachtkerzenöl, Johannisbeeröl und Borretschöl, die Dosierung beträgt 2-3g täglich. Aus dieser Fettsäure werden Substanzen gebildet, die eine entzündungshemmende Wirkung besitzen.

Vitamine

Einige Vitamine und Spurenelemente haben eine entzündungshemmende Wirkung, deshalb kommen sie einem bei einer rheumatischen Erkrankung zugute. Gemeint sind unter anderem die Vitamine C,E und das Spurenelement Selen.

Vitamin E reduziert die Entstehung von entzündungsfördernden Substanzen bei bestimmten Stoffwechselvorgängen.

Vitamin C kann zusammen mit Selen bereits unwirksam gewordenes Vitamin E erneut in seine wirksame Form verwandeln. Patienten mit rheumatischen Erkrankungen wird eine Dosis von ungefähr 200mg täglich empfohlen.

Selen hat ebenfalls einen positiven Einfluss auf das Krankheitsgeschehen. Ratsam ist es den täglichen Bedarf durch Fisch, Nüsse oder Selentabletten zu decken.

Vitamin D und Calcium sind weniger für die Behandlung rheumatischer Gelenkentzündungen als solche entscheidend, eher spielen sie eine wichtige Rolle in der allgemeinen Ernährung. Eine ausreichende Zufuhr von Vitamin D und Calcium ist wichtig zur Vorbeugung einer Osteoporose, wie sie auf eine rheumatische Gelenkerkrankung folgen kann. Eine tägliche Zufuhr von Calcium in einer Menge von 1000-1500mg ist empfehlenswert.

Fasten

Tatsächlich kann man eine Schmerzlinderung durch eine sogenannte Nulldiät, also absolutes Fasten, erreichen. Zu beachten ist lediglich eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr, welche nach Möglichkeit nicht nur aus Leitungswasser besteht, sondern aus Mineralwasser, Molke oder Gemüsesäften.

Durch die fehlende Nahrungsaufnahme kommt auch keine Arachidonsäure in den Körper, die Folge ist, dass erheblich weniger entzündungsauslösende Eicosanoide gebildet werden.

Zum Ende also noch einmal die wichtigsten Regeln:

  • Wenig Fleisch, höchstens zweimal pro Woche, denn dieses enthält zu viel Arachidonsäure
  • Viel Fisch, denn dieser hat einen hohen Anteil an Omega-3-Fettsäuren
  • Möglichst viel Gemüse, Sojagerichte, Obst und Milchprodukte, sodass für eine hohe Vitaminzufuhr, Calcium und Spurenelementen gesorgt ist
  • Bevorzugt hochwertige Pflanzenöle verwenden, zum Beispiel Walnussöl, Weizenkeimöl, Rapsöl
  • Gar keinen oder nur wenig Alkohol, weil dieser die Bildung von Oxidantien fördert
  • Bewegung an der frischen Luft, damit vermeidet man Übergewicht und sorgt für eine zusätzliche Vitamin D Produktion im Körper
  • Gewicht halten und schlank bleiben ist schön, doch sollte man den Körper nicht unnötig schwächen und durch übertriebene Diäten belasten

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